Diagnose Demenz

Die Diagnose Demenz wird immer häufiger und früher gestellt. Ein Schock für Betroffene und Angehörige gleichermaßen.

Die Referentin der Barmer Dipl. Soz./Päd. Gerontologin Barbara Jahns-Hasselmann (li.) und die stellvertretende Pflegedienstleitung der Tagespflege Dransfeld, Katja Krebs, zeigen wie man Kontraste bei der Tischkultur setzen kann, die Demenzkranken bei der Orientierung helfen.
Foto: ASB/A. Schumacher

„Bereits von 30 Jahren war die Krankheit Demenz ein Tabuthema und sie ist es leider auch heute noch", berichtete die Referentin der Barmer Dipl. Soz.Päd. Gerontologin Barbara Jahns-Hasselmann in ihrem Vortrag. Wie man mit dieser schwierigen Situation umgehen kann, erfuhren die zahlreichen Besucher jetzt beim „Interessanten Dienstag", den die Tagespflege Dransfeld in Kooperation mit der Barmer Göttingen veranstaltet hat. Die Referentin Barbara Jahns-Hasselmann gab viele Informationen und praktische Tipps zum Thema „Demenz verstehen" weiter. Zudem ging sie auf die persönlichen Fragen der Angehörigen ein. „Je älter wir werden umso größer ist das Risiko an einer Demenz zu erkranken. Demenz ist ein komplexes Krankheitsbild und nicht heilbar. Doch, je früher sie diagnostiziert wird, desto besser ist sie behandelbar", informierte die Gerontologin.  

Lebensqualität der Erkrankten steigern

Jeder möchte sich Zuhause geborgen und aufgehoben fühlen – doch wie kann ein Zusammenleben mit Demenzkranken funktionieren? Um die Lebensqualität der Erkrankten zu steigern, sei es wichtig, die vorwiegend mimischen Äußerungen wahrzunehmen, darauf einzugehen und zu verstehen. Die Orientierungsfähigkeit lasse mit dem Fortschreiten der Erkrankung nach. „Menschen mit Demenz brauchen vor allem ein sichere Orientierung", so Jahns-Hasselmann.

Oft seien es kleine Dinge, die zu Desorientierung und Ängsten bei den Betroffenen führen. So könne es helfen, die Wohnung gut auszuleuchten, sie nicht mehr umzuräumen und somit die vertraute Umgebung zu belassen. Auch den Tisch immer gleich zu decken gebe Sicherheit. Bei der Tischkultur sollte man auf Kontraste setzen. „Es ist nicht gut einen weißen Teller auf ein weißes Tischtuch zu stellen, sondern dann eher den weißen Teller auf einen farbigen Untergrund eindecken", rät die Expertin. Hilfsmittel wie „Plates", die das Verrutschen der Teller verhindern, könne man anschaffen. Lichtschalter oder Türrahmen rot kennenzeichen oder ein farbig gestalteter Toilettendeckel seien hilfreich.

Einfache Sprache

Bei der Demenzerkrankung Alzheimer haben die Betroffenen mehr und mehr Schwierigkeiten mit dem Kurzzeitgedächtnis, das Langzeitgedächtnis hingegen sei besser. So könne es ein positives Erlebnis für die Erkrankten sein, sich beispielsweise Alben mit alten Fotos anzusehen, da sie sich oft gut daran erinnern können und dann etwas zu erzählen haben. In der Kommunikation mit den erkrankten Angehörigen sei eine einfache, nicht lange argumentative Sprache vorteilhaft verbunden mit einer ruhigen Stimme und viel Einfühlungsvermögen. Bei der Bewältigung der Alzheimer-Krankheit oder den anderen Formen der Demenz müssen neben dem Patienten viele Menschen zusammenwirken: Angehörige, Ärzte, Bekannte, Tagestätten und Pflegeanbieter. „Deswegen ist es so wichtig, dass man als Angehöriger die Auswirkungen der Demenz und somit die Betroffenen versteht", ist die Botschaft von Barbara Jahns-Hasselmann.

Die weiteren Veranstaltungen mit wechselnden Themen der Vortragsreihe „Interessanter Dienstag" findet man im Internet unter www.asb-muenden.de oder man erhält telefonisch Infos bei der Tagespflege Dransfeld unter 05502/9109003.